Trotz Reichtum unglücklich

 

Claudia Bischofberger

(Foto Claudia Bischofsberger)

Macht äußerer Reichtum tatsächlich glücklich? Wenn ich –  der/die/das: Kleid, Reise, Auto, Gewinn, Tasche, Haus, Figur, Position, volles Bankkonto, VIP-Einladung usw. – habe, dann bin ich glücklich!

Liebe Leser, als Therapeutin und Coach, bin ich einigen Menschen begegnet, die sich, was materielle Dinge angehen, ziemlich viele Wünsche erfüllen konnten. Lernt man verzweifelte „reiche“ Menschen eingehender kennen, entdeckt man relativ schnell den Mangel an: Selbstliebe, – Vertrauen, – Wertschätzung, – Dankbarkeit, – Achtsamkeit, – innerer Sicherheit, -Lebensfreude, -Frieden, Gönnerhaftigkeit.

Ich picke mir nun ein Fallbeispiel aus meiner Praxis. Die Dame saß wie ein Häuflein Elend vor mir. Ihr kullerten schon bei der Begrüßung Tränen über die Wangen. Bald war klar; trotz äußeremClaudia Bischofberger Luxus überwiegt bei ihr Traurigkeit und mangelnder Selbstwert. Sie fühlte sich permanent unter Stress, da sie einen enormen Energieaufwand betrieb, um ihrem Umfeld zu gefallen.                      (Foto Claudia Bischofsberger)

Ob Make up, Kleidung oder Haare, für sie musste alles wie aus dem „Ei gepellt“ sein. Ihrer Meinung nach, wird das von der Gesellschaft erwartet. Über die Jahre haben sich verstärkt Minderwertigkeitskomplexe gegenüber ihrem Ehemann eingeschlichen. Die Folge daraus war, dass er immer mehr den Respekt und die Achtung vor ihr verlor. Was zu Folge hatte, dass er grundsätzlich nur noch unternahm, was ihm Freude bereitete.

Ihn interessierten ihre Bedürfnisse nicht mehr. Sie fühlte sich nur noch frei, wenn er auf Geschäftsreisen war. Veranstaltungen sowie private Einladungen aus ihren Unternehmerkreisen, waren für sie inzwischen der blanke Horror. Sie fühle sich in Gesellschaft von Anderen, die ihrer Ansicht nach jünger, hübscher und klüger waren unwohl und beäugt.

Angst, andere könnten mit ihr, in einen Dialog einsteigen, der ihrem Horizont überlegen sein könnte, führten bei ihr zu Schweißausbrüchen. Reisen in ferne Länder, von denen andere nur träumen können, empfand sie einfach nur anstrengend. Alleine das Kofferpacken machte ihr große Mühe, denn es muss ja vom Scheitel bis zur Sohle alles perfekt sein, war ihre Überzeugung; was sagen sonst die Anderen?

Es lag ein hartes Stück Arbeit vor uns, was sich im Nachhinein als sehr lohnenswert herauskristallisierte. Schritt für Schritt arbeiteten wir gemeinsam an ihrem inneren Reichtum.IhreGabi Putze Lust nach Leben und Freiheit wuchs Tag für Tag. Alte Glaubensmuster, man spricht auch von Überzeugungen, wurden durch Transformationsarbeit – natürlich nicht von heute auf morgen – entrümpelt. Sie erledigte ihre Hausaufgaben und arbeitete ihre, von mir vorgeschlagene, To-do-Liste, fein säuberlich ab.

Diese wundervolle Dame hatte so einen Tatendrang in die Selbstverantwortung zu gehen. Sie war bereit ihre Ärmel hoch zu krempeln um Selbstliebe, Dankbarkeit, Vergebung, Achtsamkeit und Wertschätzung in ihren Alltag einzubauen. Natürlich reagiert das Universum ebenfalls und liefert, was die neuen Überzeugungen aussenden. Im genannten Beispiel fielen positivere Verhaltensweisen ihres Ehemanns immer mehr auf. Auf Veranstaltungen fühlte sie sich lockerer und konnte den Luxus immer mehr genießen.

Bei unserem letzten Treffen, machte sie auf mich einen sehr fröhlichen und lebensbejahenden Eindruck. Vor mir saß inzwischen eine selbstbewusste, wunderschöne Frau, die verstanden hat, nur, wenn sie sich verändert, verändern sich die Lebensumstände im Außen. Heute weiß sie, dass es auf den inneren Reichtum ankommt, um wirklich glücklich zu sein. Ihren äußeren Reichtum, kann sie durch die Tugend – Freude und Dankbarkeit -, immer mehr genießen.

Wie schnell tritt man durch Beleidigungen in die Falle einer Lüge, –  die da lauten mag: Wer bist du schon – was hast du in deinem Leben den schon geleistet – ohne mich wärst du ein nichts – schau dich doch mal im Spiegel an wie fett – alt – faltig- du aussiehst, und glaubt diesen Unsinn.

Menschen die ihre Mitmenschen beleidigen und erniedrigen, erzählen ihre eigene Geschichte von schwäche, mangelndem Selbstwert, Zweifel und Ängste. Wer mit einem Finger auf sein Gegenüber zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst; teste es selbst einmal aus.

Bei einem Treffen in München, mit einer wunderbaren Dame, die sich in der so genannten „High society“ bewegt, erzählte sie mir aus ihrem Leben. Bei ihr war das oben beschriebene, was Beleidigungen und Erniedrigungen angeht, fast schon zum Alltag geworden.

Sie fing an diese Lügen zu glauben und es machte sie bei öffentlichen Auftritten (sie war die begleitende Person an der Seite einer Berühmtheit) mit der Zeit sehr unsicher. Gefühlte einhundertmal huschte sie, während einer Veranstaltung, auf die Damentoilette um einen Blick in den Spiegel zu werfen, ob alles noch im grünen Bereich ist.

Sie entschied sich dafür, die Spur in ihrem Leben zu wechseln und fand den Weg zu sich selbst. Schritt für Schritt erreichte sie mehr Selbstwert und Lebensfreude. Der zwang ständig in einen Spiegel zu schauen, hat sich ebenfalls minimiert.

Meine lieben Leser, falls ihr euch mit diesem Artikel in irgendeiner Art und Weise angesprochen fühlt, beginnt jetzt ein neues Kapitel in eurem Leben zu schreiben; es ist nie zu späte. Wir sind die Gärtner und säen Samen in unser geistiges Beet. Es liegt alleine an uns selbst, welche Qualität an Samen wir ausbringen und wie viel Aufmerksamkeit dieses neue Beet bekommt.

Das geniale ist, wir können zu jedem Augenblick neuen Samen ausbringen. Meine persönliche Vorgehensweise ist die Entrückung vom realen Gartenbeet in ein imaginäres Beet, in dem einGabi Putze neuer Samen ausgebracht wird. Mit viel Liebe, frei von Erwartungen und stetiger Aufmerksamkeit werden prächtige Früchte hervorgehen.

In dieser Art von Entrückung gibt es keinen Zweifel und keine Ängste. An diesem imaginären Ort ist alles möglich. Ich wünsche euch von ganzem Herzen ein gutes Gelingen bei der Gartenarbeit.

Gabi PutzeHerzlichst

Eure Gabi

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